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Wirtschaft

30.04.2026
Meine Fähre

Aus für „Meine Fähre“

Der Fährbetrieb der Reederei „Meine Fähre“ GmbH wird zum 3. Mai eingestellt. Das Aus für „Meine Fähre“ haben die Reederei und der Insolvenzverwalter heute in einer gemeinsamen Presseerklärung mitgeteilt. Informationen zur Erstattung gebuchter Tickets sind auf der Website der Reederei verfügbar.

Verhandlungen ergebnislos

Wie der vorläufige Insolvenzverwalter des Unternehmens, Dr. Hans-Joachim Berner (Kanzlei Kösterberner), heute mitteilte, haben die Verhandlungen mit potenziellen Interessenten für eine Übernahme der Reederei nicht in der nötigen Zeit zu einem Ergebnis geführt.

Letzte Fahrt am 3. Mai

Aufgrund der anhaltenden Verlustsituation der Reederei, die sich zuletzt durch gestiegene Kosten trotz guter Auslastung nochmals verschärft hatte, sei der Investorenprozess beendet worden. Die „Meine Fähre 1“ fährt aber über das lange 1. Maiwochenende wie geplant. Die letzte reguläre Fahrt findet am 3. Mai 2026 um 18.30 Uhr von Norderney nach Norddeich statt.

Löhne bis Ende Mai gesichert

In den kommenden Wochen sollen die Einzelverwertung der Fähren und der weiteren Assets der Reederei sowie die geordnete Abwicklung des Unternehmens erfolgen, so die Mitteilung. Die rund 20 Beschäftigten der Reederei würden nach Kräften beim Wechsel in neue Arbeitsverhältnisse unterstützt. Die Löhne und Gehälter seien noch bis Ende Mai 2026 gesichert.

Meine Fähre

Belastungen zu hoch

„Wir haben gemeinsam mit dem Team der Reederei an vielen Stellschrauben gedreht und bis zuletzt alles darangesetzt, dauerhaft tragfähige Perspektiven zur Fortführung des Fährbetriebs zu schaffen“, so der Dr. Hans-Joachim Berner. „Vor dem Hintergrund, dass sich in der nötigen Zeit kein neuer Investor für die Reederei gefunden hat, müssen wir jedoch erkennen, dass dies nicht ausgereicht hat.“

Die Zahlen sprächen eine eindeutige Sprache. Und die Summe der Belastungen sei letztlich zu hoch und Perspektiven zur dauerhaften Sanierung nicht absehbar gewesen. Zur Einstellung des Fährbetriebs bleibe daher keine Alternative. „Verluste müssen nun einmal endlich sein und die Regelungen des Sanierungsrechts sind dahingehend eindeutig.“

Schmerzlich für die Gesellschafter

„Das Einstellen des Fährbetriebes fällt uns außerordentlich schwer“, heißt es in einer Erklärung der Gesellschafter. Über die vergangenen zwei Jahre hinweg sei es der Anspruch gewesen, eine weitere Verbindung zwischen Norddeich und Norderney zu schaffen und damit einen Beitrag zur regionalen Infrastruktur und zum täglichen Leben vor Ort zu leisten.

„Wir haben seitens der Fahrgäste und der Bevölkerung große Unterstützung für dieses Vorhaben erfahren dürfen.“ Umso schmerzlicher sei es, diesen Weg nun beenden zu müssen. Besonders betroffen seien die Mitarbeitenden, die mit großem Engagement und Einsatz den Fährbetrieb mit aufgebaut und über lange Zeit getragen hätten. „Ihnen gelten unser ausdrücklicher Dank und unsere Anerkennung.“

Insolvenzverfahren seit März

Die Reederei Meine Fähre GmbH hatte aufgrund einer finanziellen Schieflage am 5. März 2026 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das zuständige Gericht in Aurich hat daraufhin Dr. Hans-Joachim Berner (Partner bei Kösterberner) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Gemeinsam mit seinem Team hat Dr. Berner den Geschäftsbetrieb seitdem fortgeführt und Gespräche mit anderen Reedereien hinsichtlich einer Übernahme geführt, die jedoch ergebnislos blieben. (vel)

Beitragsbild: Reederei Meine Fähre

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