
News von Norderney
07.12.2025

Bestattungsschiff festgekommen
Zehn Menschen waren an Bord des Bestattungsschiffes „Aegir“, das am Nikolaustag zwischen Juist und Norderney auf Grund gelaufen ist. Auf einer Sandbank vor Juist war das Bestattungsschiff festgekommen. Die Seenotrettungskreuzer EUGEN von der Station Norderney sowie die beiden Seenotrettungsboote WILMA SIKORSKI (Station Norderney) und OTTO DIERSCH von Norddeich der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren im Einsatz.
Gegen 13.45 Uhr erfuhr die von der DGzRS betriebene Rettungsleitstelle See (Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen) von der Notlage des Schiffes. Bei ablaufendem Wasser war die rund 21 Meter lange „Aegir“ mit zehn Menschen an Bord festgekommen. Sie steckte im Seegatt zwischen Norderney und Juist auf einer Sandbank vor der Ostspitze Juists („Kalfamer“) fest, so die Mitteilung der DGzRS.
Schiff auf Legerwall
Der südliche Wind mit bis zu vier Beaufort (bis zu 28 km/h) und der starke Ebbstrom hatten das Schiff an die Küste gedrückt. Es befand sich auf Legerwall, berichtet die DGzRS. Damit hatte das Schiff keine Möglichkeit, sich aus eigener Kraft aus dieser Lage zu befreien.
Gefährliche Situation
Für die zehn Menschen an Bord der „Aegir“ sei dies eine durchaus gefährliche Situation gewesen. Die DGzRS berichtet von der Rettungsaktion: Die Seenotretter der DGzRS-Station Norderney warfen umgehend die Leinen los und nahmen mit dem Seenotrettungskreuzer EUGEN Kurs auf den Havaristen. Dieser lag weniger als hundert Meter nordöstlich der Insel Juist. Die Seenotretter konnten die „Aegir“ angesichts der Ebbe nicht befreien. Die Schleppleine brach, da das Schiff bereits zu hoch auf der Sandbank saß.
Die EUGEN, die auf Norderney stationiert ist, war am Nikolaustag im Einsatz. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Die Schnellfähre „Inselexpress 2“ bot ihre Unterstützung an, um gegebenenfalls die zehn Menschen zu übernehmen. Doch sie kam trotz ihres geringen Tiefgangs nicht an den Havaristen heran. Dies gelang erst den Seenotrettern: Sie gingen mit dem ebenfalls auf Norderney stationierten, sehr flachgehenden Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI bei der „Aegir“ längsseits und übernahmen sicherheitshalber die sieben Passagiere und ein Besatzungsmitglied. Die übrigen beiden Besatzungsmitglieder blieben an Bord. Anschließend übergab die Besatzung der WILMA SIKORSKI die acht Menschen an den Seenotrettungskreuzer EUGEN. Dieser brachte sie sicher in den Hafen von Norddeich.
Weiterer Anlauf scheitert
Die Seenotretter unternahmen mit der WILMA SIKORSKI und dem gerade vor Ort eingetroffenen Seenotrettungsboot OTTO DIERSCH von der Station Norddeich einen weiteren Anlauf, das Bestattungsschiff zu befreien. Doch auch das blieb zunächst ohne Erfolg. Mit auflaufendem Wasser wollten die Seenotretter in der Nacht erneut versuchen, die „Aegir“ von der Sandbank zu schleppen. Wie die Wasserschutzpolizei mitteilt, konnte das Schiff aus eigener Kraft mit auflaufenden Wasser wieder frei kommen. Und heute liegt das Schiff wieder im Hafen von Norddeich.
Nikolaus geht zu Fuß
Auch der Norderneyer Seglerverein war von der Havarie auf besondere Weise betroffen. Denn der Nikolaus, der eigentlich genau um 15 Uhr mit der EUGEN am Steg anlegen sollte, konnte in diesem Jahr nicht mit dem Schiff zu den Kindern kommen. So legte er kurzerhand einen Spaziergang durch den Hafen ein und traf immer noch pünktlich zur Feier im Bootshaus ein.
Beitragsbild: Mit dem Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI der DGzRS übernehmen die Seenotretter acht Menschen von einem festgekommenen Bestattungsschiff. Foto: Die Seenotretter – DGzRS






