
News von Norderney
Norderney Inside
08.11.2025
Pfandringe an zehn Mülleimern
Die Stadt Norderney will ein Zeichen für Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung setzen und hat Pfandringe an zehn Mülleimern angebracht. Gerade nach Festen oder nach langen Wochenenden sammeln sich an vielen Stellen der Insel Pfandflaschen und -dosen, die in die Mülleimer geworfen oder einfach irgendwo abgestellt sind.
Auf der anderen Seite sammeln manche Insulaner die Flaschen und Dosen ein, um sie zu Geld zu machen. Denn für nicht wenige ist dies ein wichtiges Zubrot. Doch wenn sie in den Mülleimern nach Pfandgut suchen, dann kann es zu Verletzungen kommen. Und auch achtlos abgestellte Flaschen können kaputt gehen und die Umwelt verschmutzen. Das passiert nicht, wenn das Leergut außen am Müllemer deponiert ist.
Stadt will Zeichen setzen
An zehn ausgewählten Standorten auf Norderney wurden daher in den vergangenen Tagen Pfandringe an öffentlichen Mülleimern angebracht. „Mit diesem Projekt setzt die Stadt ein klares Zeichen für mehr Nachhaltigkeit, soziales Miteinander und Umweltschutz“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Allerdings ist fraglich, ob Ringe für fünf Flaschen oder Dosen pro Mülleimer wirklich etwas bringen – wenn man die Mengen an Müll sieht, die zum Beispiel nach einem Pfingstwochenende anfallen. Und es gab auf der Insel auch schon Pfandring-Versuche.
Soziales Miteinander stärken
Pfandringe sind spezielle Halterungen, in denen Pfandflaschen und -dosen sichtbar und hygienisch abgestellt werden können – getrennt vom übrigen Müll. Die Pfandringe sollen nicht nur ein praktisches Angebot darstellen, sondern auch das Bewusstsein für Ressourcenschonung und soziales Miteinander stärken.
Pfandstudie 2024
Die Stadt Norderney reagiere damit auch auf die Ergebnisse der Pfandstudien der Initiative „Pfand gehört daneben“ der fritz-kulturgüter GmbH. Diese belegten einen deutlichen Anstieg der Pfandsammlerinnen und Pfandsammler in Deutschland, was vor allem auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten zurückzuführen ist.
Laut Studie gibt es rund 1 Million aktive Pfandsammler in Deutschland. Und Pfandsammeln bleibe somit ein fest verankerter Bestandteil des informellen Einkommens vieler Menschen in Deutschland. Gleichzeitig sinke der finanzielle Ertrag. 58 Prozent der Befragten gaben an, monatlich weniger als 50 Euro durch Pfandsammeln zu verdienen. Bei der Frage nach dem Pfandwert von Glasmehrwegflaschen sprächen sich sowohl die Pfandsammler als auch die allgemeine Bevölkerung für eine Erhöhung.
Pfandflaschen im Müll
Jährlich landen in Deutschland rund 720 Millionen Pfandflaschen im Wert von etwa 180 Millionen Euro im Müll, so die Mitteilung. Auch auf Norderney stellt das achtlose Wegwerfen von Pfandbehältern ein bekanntes Problem dar, insbesondere während der touristischen Hochsaison. Zugleich wird deutlich, dass immer mehr Menschen Pfand sammeln, um ihren Lebensunterhalt oder ihr Taschengeld aufzubessern. Dazu zählen beispielsweise Rentnerinnen und Rentner, Geringverdienerinnen und Geringverdiener, aber auch Jugendliche.
Solidarität
„Lassen Sie uns gemeinsam für eine saubere Umwelt, mehr Solidarität und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft stehen“, so der Appell der Stadt. Informationen gibt es auch bei der Umweltbeauftragten Sarah Wehrmaker unter Telefon: 04932 / 920-259 oder per Mail an sarah.wehrmaker@norderney.de.
Beitragsbild und Plan: Stadt Norderney






