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Norderney Inside

13.03.2026
Ausschussitzung Soziales

Sitzung des Sozialausschusses

Eine lange Tagesordnung gab es bei der Sitzung des Sozialausschusses am Mittwoch. Der Ausschuss, der die Themen Soziales, Schulen, Sport und Kultur umfasst, tagte öffentlich im Musikraum der Grundschule. Zuvor führte Schulleiter Martin Pape durch die sanierte Mensa.

Grundschulmensa

Die Teilnehmenden besichtigten vor der Ausschusssitzung die Mensa der Grundschule, die einen Anbau bekommen hat.  

Und gleich zu Anfang der Sitzung regte Manfred Hahnen (FDP) an, dass der Ausschuss öfter und dafür mit weniger Punkten tagen solle.

Kritik an Kindergarten am Kap

Emotional wurde es, als es um den Kindergarten Am Kap und die Vorbereitung auf die Schule ging. Martin Pape erklärte, dass es vielen Kindern an Fähigkeiten wie Sprache, Feinmotorik und sozialen Kompetenzen mangele, „was vielleicht am offenen Konzept liegt“. Der Wunsch an den Kindergarten sei, dass alle Kinder Deutsch als Alltagssprache akzeptieren und in diesem Bereich gefördert werden und die Kinder einen Morgen- und Abschlusskreis kennenlernen sollten.

Ein Vater von drei Kindern erzählte mit großer Betroffenheit, dass er seinen Sohn um 7.30 Uhr in den Kindergarten bringe und um 15.30 Uhr abhole. Und in der Zwischenzeit gebe es „keine Bezugsperson, kein Konzept und keine Rituale“.

Und eine Mutter wurde ebenfalls deutlich: „Ich würde mir wünschen, dass die Kinder mehr Struktur an die Hand bekommen und normale Regeln lernen.“ Und auch die Erzieherinnen wünschten sich eine verlässliche Vorschulgruppe, so die Mutter.

Silvia Seliger-Hugen (CDU) sagte, dass sie seit zehn Jahren im Kindergartenbeirat sei und das Thema Offenes Konzept häufig angesprochen werde. Ausschussleiterin Alexandra Eggers und Fachbereichsleiter Andreas Goldberg sicherten zu, dass das Thema ernst genommen und weiter verfolgt werde.

Deutsch als Zweitsprache

Die Berichte der Schulleiter zeigten erneut, dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf im Bereich DaZ (Deutsch als Zweitsprache) hoch ist. In der KGS gibt es 233 Schüler mit 24 Nationalitäten. 13 Prozent von ihnen benötigen die Förderung DaZ. Der bundesweite Durchschnitt läge bei 5,8 Prozent, so Schulleiter Claus Huth. Er berichtete auch, dass es in der KGS eine „desaströse“ Unterrichtsversorgung von 77 Prozent gebe und die KGS als „Modellschule für herausfordernde Unterrichtsversorgung“ geführt werde.

DaZ-Lehrerin Catharina Majert stellte anschaulich den Unterricht vor, den derzeit an der 58 KGS-Schülerinnen und Schüler aus anderen Herkunftsländern erhalten. Große Mitarbeit leisten hierbei Milena Jevtic, die auch in der Grundschule arbeitet, und Gudrun Eberhardt.

In der Grundschule liegt die Unterrichtsversorgung bei etwa 90 Prozent, so Martin Pape. Cirka 30 Schülerinnen und Schüler bekommen DaZ-Unterricht. Vom Land würden 8,9 Stunden pro Woche genehmigt. Dank einer Regelung mit der Stadt könne die pädagogische Mitarbeiterin Kirsten Hauschildt 25 Stunden DaZ anbieten. Das Geld dafür sei sehr gut investiert, so Martin Pape.

Große Bedeutung der Sozialarbeit

KGS-Schulsozialarbeiter Thomas Schreiber knüpfte daran an und erklärte, dass die Sozialarbeit immer größere Bedeutung bekomme. Der Bereich ist derzeit zusätzlich mit Taale Hinrichs und Silke Peters sowie ab Sommer zwei Pädagogischen Mitarbeitern besetzt. Thomas Schreiber wird bald aufhören, um sich ganz dem Sozialdienst „Hol di Toi“ zu widmen.

Fitnessprojekt des Juca und Tag der offenen Tür

Erfreuliches gab es aber auch in der Sitzung: Die neue Mitarbeiterin im Jugendcafé (Juca), Lotta Wienand, stellte sich vor und sprach über das neue Fitnessprojekt in Kooperation mit dem TuS Norderney. Parallel zum Mitternachtsport haben Jugendliche von 14 bis 16 Jahren freitags von 22 bis 1 Uhr die Möglichkeit, den TuS-Fitnessraum in Kleingruppen zu nutzen.

Wienand kündigte an, dass am 9. Mai von 11 bis 16 Uhr ein Tag der offenen Tür im Juca stattfindet, zugleich wird das 50-jährige Bestehen des Juz gefeiert. Die neuen Courts des TuS werden am 12. April um 11 Uhr offiziell eröffnet.

Elenore Nuhn Behindertenbeauftragte

Elenore Nuhn ist neue Behindertenbeauftragte der Stadt Norderney.

Neue Behindertenbeauftragte

Elenore Nuhn ist neue ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt. Nuhn lebt seit 1977 auf Norderney. Sie hat das Kükennest mit aufgebaut und geleitet. Sie war im Schulelternrat, sechs Jahre lang Vorsitzende des DRK Norderney und leitet seit 2018 den Insel-VDK. Außerdem arbeitet sie ehrenamtlich in der Grundschule. Für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement in den vergangenen Jahren bekam sie Applaus der Teilnehmenden.

Zweite Hebamme

Ab Juni wird zu der bisherigen Hebamme Britta Kremberg, die einmal in der Woche für Elterntreff und Hausbesuche auf die Insel kommt, eine weitere Hebamme fest auf der Insel sein. Die pensionierte Hebamme Agatha Rub kommt aus der Schweiz und zieht nach Norderney. „Ich bin sehr froh und zufrieden“, sagte Anne Böing vom Fachbereich Organisation dazu.

Und im Rahmen der Sitzung wurde außerdem der neue Schülervertreter Andrej Sesto (16) verpflichtet. Weiteres Thema der umfangreichen Tagesordnung war der Digitalpakt und die digitale Versorgung an den Schulen, die laut Claus Huth sehr gut sei.

Stefanie Schulze vom Fachbereich Organisation der Stadt stellte ein neues Netzwerk Seniorenarbeit und -pflege vor, das derzeit aufgebaut wird. Außerdem berichtete sie, dass für die Erziehungs-Beratung der Leiter des Landkreises alle 14 Tage für je fünf bis sechs Termine ins Haus der Begegnung komme.

In dem Gebäude steht seit neuem ein 15 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum zur Verfügung, der gegen kleine Miete nach den Osterferien gebucht werden kann. Den Raum hatte zuvor der Inselchor, der sich in diesem Jahr auflöst, genutzt.

Neue Selbsthilfegruppe

Rolf von Velzen berichtete, dass die Sucht-Selbsthilfegruppe „Land in Sicht“ ins Leben gerufen wurde. Die Gruppe kann mittwochs ab 19 Uhr die Räume von Hol di Toi nutzen. Ansprechpartner ist Eike unter Telefonnummer 0176 84445525. (vel)

Fotos: Verena Leidig

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