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Wirtschaft

28.04.2026
Mühle April 2026

Sommersonnengarten auf dem Mühlen-Vorplatz

Claudia Ziehm und Neele Leson haben sich in den vergangenen Monaten intensiv mit einem historischen Gebäude auf Norderney beschäftigt. Und dass die Inselmühle den beiden Architektinnen auch sehr am Herzen liegt, ist zu spüren. Heute haben Ziehm, Leiterin des Bauamtes der Stadt, und ihre Mitarbeiterin Leson im Rahmen eines Pressetermins das Ergebnis der langen Planung präsentiert. Demnach wird die Mühle „Selden Rüst“ vorerst noch nicht umgebaut und gastronomisch genutzt.

Saison-Gastronomie mit „MeerWaffel“

Dafür gibt es aber wieder eine Saison-Gastronomie auf dem Mühlen-Vorplatz. Dominique Kettler von der „MeerWaffel“ wird – voraussichtlich im Juni – dort einen „romantischen Sommersonnengarten“ eröffnen. Der Schwerpunkt werde auf Regionalität und Saisonalität liegen. Das Sortiment soll diverse Heiß- und Kaltgetränke sowie Süßspeisen und auch kalte und warme herzhafte Gerichte umfassen.

Gebäude bleibt erstmal stehen

Bis allerdings die Mühle als Gastronomie wieder eröffnet, wird es noch dauern. Und das Gebäude rund um die Mühle wird noch eine Zeit dort so stehen bleiben. Nach Untersuchung des Bestandsgebäudes durch das Architekturbüro Ulpts aus Aurich habe sich gezeigt, dass die vorhandene Bausubstanz nicht mehr den Anforderungen an eine nachhaltige Nutzung entspricht.Es erfolgte eine enge Abstimmung mit dem Landkreis Aurich und dort vor allem mit der Unteren Denkmalschutzbehörde.

Zu Beginn der Planungsphase sei der Denkmalschutzstatus des Ensembles noch nicht klar gewesen. Daher war es eine große Erleichterung für Ziehm und Leson, als die Mitteilung kam, dass nur die Mühle, nicht aber der Gebäudekomplex denkmalgeschützt ist.

Claudia Ziehms (rechts) und Neele Leson vom Bauamt der Stadt Norderney haben die Pläne für die Inselmühle entwickelt.

Claudia Ziehm (rechts) und Neele Leson vom Bauamt der Stadt Norderney haben die Pläne für die Inselmühle entwickelt.  Foto: Leidig

Abriss und Neubau

Und darauf wurde ein Konzept beschlossen, das den Abriss des Gastronomiegebäudes sowie der angrenzenden Funktionsräume beinhaltet. Die weiteren Pläne sehen einen Neubau mit einem 116,78 Quadratmeter großen Gastraum und dahinter liegenden Funktionsräumen sowie Toilettenanlagen mit 135,96 Quadratmetern vor, die den heutigen Anforderungen gerecht werden. Die historische Mühle und der Achtkant stehen dabei im Mittelpunkt.

Positive Zwangspause

Auf Grundlage dieser Pläne wird nun der Bauantrag vorbereitet. „Ziel ist es, eine baurechtliche Grundlage für eine spätere Umsetzung zu schaffen“, so die Mitteilung der Stadt. Frank Ulrichs sieht diese „Zwangspause“ positiv, denn sie eröffne Möglichkeiten, die Überlegungen noch einmal zu überdenken und Perspektiven für das Baudenkmal in die weitere Entwicklung einzubeziehen. Auf jeden Fall soll der historische Wert des Ensembles gewahrt bleiben. Die Fliesen von Ole West, die den Gastraum zierten, werden eingelagert.

Planzeichnung Mühlenkomplex Ulpts

Entwurfsplanung des Architektenbüros Ulpts Architekten aus Aurich zu Sanierung und Umbau der Mühle „Selden Rüst“. 

Wenn die Baugenehmigung vorliegt, hat diese eine Gültigkeit von drei Jahren. Zeit genug also, um die Planung – möglichst mit einem neuen Pächter oder einer Pächterin – umzusetzen. Doch die sind zurzeit noch nicht in Sicht. Denn die Ausschreibungen hätten nicht die gewünschten Erfolge gebracht, sagte Bürgermeister Frank Ulrichs bei dem Pressegespräch. Vielleicht hatte die Unsicherheit um das historische und Denkmalgeschützte Gebäude auch einige Gastronomen abgeschreckt.

Abstand genommen hat die Stadt von den ursprünglichen Umbau-Plänen, deren Kosten in die vier Millionen Euro gingen – zusätzlich zum Kaufpreis von 1,9 Millionen Euro. Frank Ulrichs hofft, dass es für die neuen Vorhaben eventuell Fördermittel geben wird. Aber auch so hält die Stadt weiter Hand an den historischen Galerieholländer. So habe die Stadt neben viel Herzblut in den vergangenen zehn Jahren rund 100.000 Euro in die Mühle gesteckt, so Ulrichs.

Zukunft für das Flughafenrestaurant

Ein weiteres gastronomisches Objekt, das seit einiger Zeit leer steht, ist das Flughafenrestaurant, das zu den Stadtwerken gehört. Dafür, so verriet Frank Ulrichs, sei nun eine Pächterin gefunden. Im Herbst sollen Umbaumaßnahmen erfolgen. Stadtwerke-Chef Holger Schönemann hält sich aber mit Informationen noch zurück bis „die Tinte komplett trocken ist“. (vel)

Beitragsbild: Leidig

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