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Norderney Inside
19.09.2025
Übernahme des MVZ
Der Rat der Stadt Norderney hat die Übernahme des MVZ einstimmig beschlossen. Die Gründung der Gesellschaft für das Medizinische Versorgungszentrum am Kurplatz sei „ein Meilenstein und wichtiger Schritt“, sagte Bürgermeister Frank Ulrichs bei der Ratssitzung am Dienstag im Conversationshaus. Und die Ratsleute stimmten auch wie erwartet parteiübergreifend für die Gründung der „MVZ Norderney GmbH“ als neue Gesellschaft der Stadt Norderney.
Nun müssen noch die Kassenärztliche Vereinigung Aurich und die Kommunalaufsicht des Landkreises Aurich zustimmen. Ulrichs hofft, dass dies bis zum Ende des Jahres erfolgt ist und der Vertrag zum 1. Januar 2026 in Kraft treten kann.
Zentrale Funktion
Hintergrund ist die Insolvenz des Medizinischen Versorgungszentrums, die im Dezember 2024 beantragt war. Das MVZ übernehme mit den allgemeinmedizinischen und kardiologischen Leistungen „eine zentrale Funktion für die ambulante Versorgung“ der Insel, heißt es in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung. Das Zentrum stelle die einzige Anlaufstelle für kardiologische Diagnostik und Behandlung auf Norderney dar. Zudem ergänze es die von nur wenigen weiteren auf der Insel niedergelassenen Ärzten geleistete hausärztliche Versorgung.
Rund 5.500 Patientinnen und Patienten
Derzeit verfügt das MVZ über 2,83 vertragsärztliche Sitze. Dort werden jährlich rund 5.500 Patientinnen und Patienten ambulant behandelt. Und die Einrichtung sei für die Einwohnerinnen und Einwohner der Insel sowie deren Gäste unverzichtbar. Eine Schließung würde „zu unhaltbaren Verhältnissen führen“.
Im Großen Saal des Conversationshauses fand die Ratssitzung am Dienstag statt. Fotos: Leidig
Festlandsfahrt nicht zumutbar
Eine Fahrt zur Behandlung auf das Festland sei für viele Insulanerinnen und Insulaner „aufgrund der damit verbundenen Strapazen sowie des zeitlichen und finanziellen Aufwands nicht zumutbar“, heißt es weiter in dem Text der Stadt.
Und auch viele Gäste würden ihre Entscheidung für den Urlaubsort Norderney von einer funktionierenden medizinischen Infrastruktur abhängig machen. „Das MVZ hat daher eine überdurchschnittliche Gemeinwohl- und Systemrelevanz.“
Personal wird übernommen
Die Übernahme soll in Form eines sogenannten Asset-Deals erfolgen. Das bedeutet, dass insbesondere die zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs notwendigen medizinischen Anlagen und das Inventar übernommen werden. „Die bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen nahtlos weiter beschäftigt werden.“ Nicht übernommen werde die insolvente Gesellschaft als solche.
„Wir werden das wuppen“
Eine solche Übernahme sei ungewöhnlich für eine Kommune, aber überschaubar: „Wir werden das wuppen“, sagte Ulrichs und verglich das MVZ mit einem „Ertrinkenden“, den die Stadt aus dem Wasser ziehen müsse. (vel)






