News von Norderney

Natur

17.08.2025
Seenotretter

Vater und Sohn vor Baltrum gerettet

Die Seenotretter haben Vater und Sohn vor Baltrum gerettet. Die beiden Männer waren laut Mitteilung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Samstagvormittag nördlich der ostfriesischen Inseln in Seenot geraten. Bei starkem Seegang wurde ihr achteinhalb Meter langes Segelboot beschädigt und einer der Segler wurde verletzt.  So gerieten sie in die lebensbedrohliche Notlage. Im Einsatz waren die Seenotretter von Baltrum, Langeoog und Norderney.

Verletzter Segler

Eine erste Meldung ging kurz vor 10 Uhr bei der von der DGzRS betriebenen Rettungsleitstelle See in Bremen über Umwege ein. Dem Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen sei mitgeteilt worden, dass an Bord eines Segelbootes jemand verletzt sei. Position und Name des Bootes waren nur ungefähr bekannt und die in Not befindlichen Segler nicht direkt zu erreichen.

Besatzung des Baggerschiffs ortet Boot

Die Einsatzleiter der Rettungsleitstelle See fragten bei einem Baggerschiff im fraglichen Revier nach entsprechenden Sichtungen. Dessen Besatzung sowie Beobachter am Strand der Insel Baltrum sichteten schließlich ein Boot, bei dem es sich möglicherweise um den Havaristen handelte.

In gefährlicher Brandungszone

Zwischenzeitlich war bereits das Seenotrettungsboot Elli Hoffmann-Röser der Freiwilligenstation Baltrum alarmiert worden sowie die Seenotretter der Nachbarstationen Langeoog und Norderney. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das manövrierunfähige Segelboot bei ablaufendem Wasser und starkem Nordwind mit fünf Beaufort (bis zu 38 km/h) in der gefährlichen Brandungszone der Sandbänke am Ostende der Insel Baltrum.

Schwerer Seegang

Kurz vor 11 Uhr erreichte die Elli Hoffmann-Röser den Havaristen. Und nun begann die schwierige Rettungsaktion: Bei schwerem Seegang stellten die Seenotretter eine Leinenverbindung her. Per Handzeichen hatte der Segler seine Handynummer den Seenotrettern signalisiert. Nach telefonischem Kontakt konnten die Seenotretter die Lage so weit klären, dass sie auf eine hochriskante Abbergung des Verletzten zunächst verzichteten. Der Mann hatte sich Verletzungen im Kopf- und Schulterbereich zugezogen.

Hafen Norderney

Der Norderneyer Yachthafen: Die Seenoretter schleppten das havarierte Boot in den sicheren Hafen. Foto: Leidig

Schleppweg nach Norderney

Der Seenotrettungskreuzer Eugen der Station Norderney und das Seenotrettungsboot Secretarius von der Station Langeoog trafen ebenfalls vor Ort ein. Wegen des Niedrigwassers entschieden sich die Seenotretter für den längeren, aber tieferen und deshalb sichereren Schleppweg nach Norderney. Bei etwas ruhigerem Seegang stieg eine Langeooger Seenotretterin auf den Havaristen über, führte die medizinische Erstversorgung des Verletzten durch und unterstützte die Segler an Bord. Die beiden Männer wurden auf Norderney an den Landrettungsdienst übergeben.

Ihr Segelboot war durch Maschinen- und Ruderschaden manövrierunfähig geworden und der ältere der beiden Segler an Bord hatte sich verletzt. Sie hatten sich auf Überführungsfahrt des Bootes aus den Niederlanden an die Weser befunden.

Anspruchsvolles Seegebiet

Wie die DGzRS berichtet, war vor vier Jahren, im August 2021, ganz in der Nähe ein Segelboot mit drei jungen Seglern gekentert. Einer der Segler hatte das Unglück damals nicht überlebt. Das Seegebiet gilt auch unter erfahrenen Seglern als äußerst anspruchsvoll. Eine exakte Navigation ist erforderlich, da die Fahrwasser an gefährlichen Sandbänken vorbeiführen. Eine Strandung in diesem Bereich sei extrem gefährlich für Schiff und Besatzung.

Beitragsbild: Das havarierte Segelboot im Schlepp des Seenotrettungsbootes Elli Hoffmann-Röser, im Hintergrund die Secretarius von Langeoog. Foto: Die Seenotretter – DGzRS

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