
News von Norderney
29.08.2025

Verletzter Skipper
Während am Donnerstagabend viele Insulaner und Gäste der Bundeswehr Bigband im Norderneyer Hafen lauschten, waren die Ehrenamtlichen der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) und die Mitarbeiter der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) vor der Insel im Einsatz. Ein verletzter Skipper auf einer havarierten Segelyacht brauchte dringend medizinische Hilfe. Im Einsatz waren Rettungsboote und ein Hubschrauber.
Im Gewitter Orientierung verloren
Schon gegen 17.30 Uhr hatten die Seenotretter der DGzRS-Station Norderney einen Hilferuf erhalten. Ein 75-jähriger Alleinsegler hatte mutmaßlich während des heftigen Gewitters die Orientierung verloren und war mit seiner acht Meter langen Segelyacht auf der Sandbank Steinplate südlich Norderneys festgekommen, so der Bericht der DGzRS.
Der Seenotrettungskreuzer Eugen und die Otto Diersch aus Norddeich liefen aus. Sie konnten aber wegen des bei Ebbe ablaufenden Wassers die Einsatzstelle nicht erreichen. Aber sie verständigten sich mit dem Skipper, die Yacht bei höherem Wasserstand freizuschleppen.
Doch dazu kam es nicht. Gegen 21.15 Uhr habe sich der Mann erneut gemeldet, so der Bericht der Seenotretter. Der Mann war von seinem Boot auf die Sandbank gestürzt, wieder an Bord geklettert und war verletzt. Er lag unter Deck seiner Yacht und hatte starke Schmerzen im Halswirbel- und Schulterbereich.
Auf einer Sandbank festgekommen
Da der geringe Wasserstand die Rettung erschwerte, riefen die Seenotretter die DLRG Norderney zu Hilfe. Die Ehrenamtlichen waren ohnehin vor Ort, da sie das Benefizkonzert der Bundeswehr-Bigband wasserseitig absicherten.
Kiek Ut fährt zum Havaristen
Die DLRG-Einsatzkräfte liefen die gemeldete Position mit dem Wachboot Kiek Ut an. Um 21.30 Uhr war die Kiek Ut vor Ort. Während sich das Schlauchboot das nur über einen geringen Tiefgang verfügt, langsam dem Havaristen annäherte, leuchtete die Eugen die Einsatzstelle aus der Ferne bestmöglich aus, so der Bericht der DLRG.
Starke Schmerzen
An einer Sandkante konnten fünf Besatzungsmitglieder der DLRG abgesetzt werden, die sich zu Fuß auf den Weg zum Havaristen machten. Da ein Transport des Patienten nicht möglich war, wurde in Rücksprache mit der Leitstelle der Rettungshubschrauber Christoph 26 angefordert.
Notarztteam vom Hubschrauber
Von dem Hubschrauber wurde kurze Zeit später ein zweiköpfiges Notarztteam auf der Sandbank abgesetzt. Der Hubschrauber landete danach am Molenkopf auf Norderney in Wartebereitschaft zwischen, berichtet die DLRG. Unter Schmerzmedikation und mit vereinten Kräften sei es schließlich gelungen, den Patienten an Deck und von Bord zu schaffen.
In letzter Minute
Doch in der Zwischenzeit war die Tide gekippt und das auflaufende Wasser stieg bedrohlich schnell an. „In sprichwörtlich letzter Minute konnte der Patient in den nochmals kurz gelandeten Rettungshubschrauber verladen und zur Weiterversorgung in ein Krankenhaus auf dem Festland geflogen werden“, heißt es im DLRG-Bericht.
Ein Crewmitglied der Otto Diersch war inzwischen auf die Yacht übergestiegen und bereitete sie für den Schlepp vor. Gegen 0.30 Uhr habe der Wasserstand ausgereicht, um eine Leinenverbindung herzustellen und das Boot mit der Otto Diersch freizuschleppen. Um 1.30 Uhr machten die Seenotretter mit dem Schleppanhang sicher im Hafen von Norddeich fest, berichtet die DGzRS.
Die DLRG-Einsatzkräfte bedanken sich bei den Besatzungen der Rettungskreuzer Eugen und Otto Diersch und dem Team von Christoph 26 für die gute Zusammenarbeit und die Koordination vor Ort. Um kurz nach Mitternacht konnte der rund dreistündige Einsatz für die sechsköpfige Besatzung der DLRG Norderney erfolgreich beendet werden.
Der Einsatz erfolgte nur wenige Tage vor dem Jubiläumsfest der DLRG Norderney: Die Ortsgruppe feiert am 6. September mit einem großen Fest das 75-jährige Bestehen.
Bilder: DLRG Norderney (Homepage und Einsatzvideo)
Beitragsbild: Der Seenotrettungskreuzer EUGEN (DGzRS-Station Norderney) und das Seenotrettungsboot OTTO DIERSCH (Norddeich) leuchten die Unglücksstelle aus. Ein Schlauchboot der DLRG Norderney (r.) läuft zur havarierten Segelyacht. / Foto: Die Seenotretter – DGzRS






