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Norderney Inside

08.11.2024
Inselkrankenhaus Ministerium

Zukunft des Inselkrankenhauses

Mit „sehr erfreulichen Aussichten“ ist eine Delegation der Insel am Donnerstagabend von Hannover nach Norderney zurückgekehrt. Bei dem Besuch in der Landeshauptstadt ging es um die Zukunft des Inselkrankenhauses. Wie die Stadt mitteilt, gehe es nun darum, die Insolvenz zu überwinden und die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Die Inselvertreter sprachen mit dem niedersächsischen Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi über die Zukunft des Norderneyer Krankenhauses. Dieser Termin sei auf Initiative des SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Harms und durch „die schnelle und beherzte Reaktion der SPD-Landtagsabgeordneten Karin Emken“ zustande gekommen. Emken vertritt Norderney in ihrem Wahlbezirk.

Neben den weiteren Fraktionsmitgliedern Thomas Blömer und Axel Stange waren auch Bürgermeister Frank Ulrichs sowie Krankenhausgeschäftsführer Uwe Peters und die Betriebsratsvorsitzende Andrea Heckelmann beim Gespräch dabei.

Das kleine Zeitfenster mit Minister Philippi, dessen persönlichem Referenten Christian Ritter sowie dem Norderney-Kenner Dr. Boris Robbers sei effektiv genutzt worden.

Begrenzte Möglichkeiten der Insel

Bürgermeister Frank Ulrichs habe die schwierige Lage geschildert und die begrenzten Möglichkeiten der Insel, ein solch komplexes Problem allein zu bewältigen. Minister Philippi habe eingangs zu verstehen gegeben, dass die insolvenzrechtliche Gesamtsituation jedem Hilfeversuch seitens des Landes zunächst im Wege stünde und das Land kaum handlungsfähig sei, solange ein solches Verfahren das Krankenhaus belaste. Deshalb müsse vordringlich daran gearbeitet werden, das Insolvenzverfahren zu überwinden. Die Gründe für die Insolvenz müssten beseitigt und Perspektiven erarbeitet werden.

Krankenhaus Norderney

Krankenhaus genießt Schutz

Der Minister habe positiv hervorgehoben, dass das Norderneyer Krankenhaus als „Sicherstellungshaus“ eingestuft sei. Damit genieße es einen gewissen Schutz. Denn diese Häuser gelten als unerlässlich und sollen durch die geplante Gesundheitsstrukturreform gestärkt werden. Auch wenn konkrete Auswirkungen derzeit noch hypothetisch seien, weil noch keine Rechenmodelle verfügbar seien, könnten sich daraus durchaus Chancen für das Krankenhaus ergeben, so die Mitteilung der Stadt.

Für langfristige Planungen sei es ebenso immens wichtig, die künftige Trägerschaft zu klären. Wie auch schon auf Norderney seit längerem diskutiert, werde eine solide Trägerschaft auch in der Landeshauptstadt als wichtige Voraussetzung angesehen. Insofern könnte die Stadt Norderney als Träger in Frage kommen, wenn dafür ein verlässlicher und wirtschaftlich tragfähiger Rahmen erarbeitet werde.

Deutliche Bettenreduzierung

Allerdings müsse eine Lösung mit einer „deutlichen Bettenreduzierung und damit einer Anpassung an die realen Verhältnisse“ einhergehen. Zwar würden die Betten der Grund- und Regelversorgung der chirurgischen und inneren Abteilung, zurzeit 19, von den Experten als grundsätzlich notwendig und unproblematisch betrachtet. Aber die insgesamt 65 Betten des Hauses müssten bei einer Auslastung der dermatologischen Abteilung zwischen 30 und 40 Prozent hinterfragt werden. Dies werde auch von den Norderneyer Fachleuten so gesehen.

Umstrukturierung notwendig

Auch die baulichen Gegebenheiten des Krankenhauses wurden thematisiert. Das Gebäude aus den sechziger Jahren entspreche nicht mehr den Anforderungen an einen modernen, wirtschaftlichen Betrieb. Ein bloßer Neubau ohne strukturelle Neuausrichtung werde kaum die gewünschten Effekte erzielen. Daher sei eine grundlegende Umstrukturierung notwendig, um langfristig eine tragfähige Lösung zu schaffen.

Finanzielle Beteiligung des Landes

„Unter diesen Voraussetzungen könnte sich das Land sogar vorstellen, den Bau eines neuen, bedarfsgerechten Krankenhauses auf Norderney finanziell maßgeblich zu fördern“, so die Mitteilung. Dieser Vorschlag sei bei den Vertretern der Insel auf große Freude und Zustimmung gestoßen. Bis dahin aber seien noch einige Herausforderungen zu bewältigen.

Abschließend hätten die Vertreter des Ministeriums ihre Bereitschaft bekräftigt, das Krankenhaus gemeinsam mit der Insel in eine sichere Zukunft zu führen. Es gehe dabei nicht um das Ob, sondern nur um den Weg dorthin.

Beitragsbild: Die Delegation aus Norderney (hintere beiden Reihen von links: Frank Ulrichs, Rolf Harms, Axel Stange, Andrea Heckelmann, Thomas Blömer und Uwe Peters) bei ihrem Besuch im Ministerium (vorn Mitte Gesundheitsminister Andreas Philippi). Foto: Stadt Norderney

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