
News von Norderney
Norderney Inside
21.09.2025
Zwei Männer aus Lebensgefahr befreit
Die Seenotretter der Station Norderney haben zwei Männer aus Lebensgefahr befreit. Dabei gab es wieder einmal einen dramatischen Einsatz westlich von Norderney im Schluchter.
Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilt, waren die beiden Männer mit ihrem Segelboot in eine von Seeleuten gefürchtete Situation geraten: Legerwall – „also ohne Möglichkeit, sich aus eigener Kraft wieder aus der gefährlichen Lage zu befreien“. Für die beiden Männer war die Situation lebensbedrohlich. Zum Einsatzzeitpunkt herrschte im Seegebiet vor Norderney südwestlicher Wind der Stärke 4 bis 5 Beaufort (bis zu 38 km/h).
Auf Grund gelaufen
Die Männer waren im Seegatt Schluchter etwa eine halbe Seemeile westlich von Norderney mit ihrem Segelboot kurz nach Niedrigwasser auf Grund gelaufen. Gegen 18.30 Uhr alarmierten die Segler die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen.
Spielball der See
„In der gefährlichen Brandungszone war der Havarist bei auflaufender Tide zum Spielball der See geworden“, berichtet die DGzRS. „Immer wieder hoben die bis zu eineinhalb Meter hohen Wellen das etwa sieben Meter lange Boot an und setzten es auf den harten Sandboden auf.“ Das Segelboot drohte auseinanderzubrechen. Und die Segler an Bord mussten ständige heftige Grundstöße überstehen. Zudem drückten Wind und Seegang das kleine Boot an die Küste.
Große Herausforderung für die Retter
Sofort alarmierte die Rettungsleitstelle See der DGzRS die Seenotretter der Station Norderney. Diese nahmen wenig später mit dem Seenotrettungskreuzer EUGEN und dem Seenotrettungsboot WOLTERA Kurs auf den Havaristen. Vor Ort versuchten die freiwilligen und fest angestellten Seenotretter, mit der besonders flachgehenden WOLTERA möglichst nahe an das Segelboot heranzukommen. Ziel war es, eine Leinenverbindung herzustellen.
Das Seenotrettungsboot Woltera unterstützt seit diesem Sommer den Seenotrettungskreuzer Eugen der Station Norderney. Foto: Leidig
Doch dies war angesichts der widrigen Bedingungen eine große Herausforderung. Zwar sind die äußerst seetüchtigen Rettungseinheiten der DGzRS für solche Situationen ausgelegt. Doch auch das Seenotrettungsboot WOLTERA musste in der Brandung auf der Sandbank schwere Grundberührungen überstehen. Und die Seenotretter mussten besonders umsichtig manövrieren, um nicht selbst festzukommen. Dennoch gelang es ihnen, dem Havaristen eine Schleppleine zu übergeben – die Verbindung war hergestellt.
Boot drohte zu sinken
Die WOLTERA schleppte das Segelboot in tieferes Wasser. Dort übernahm die EUGEN den Anhang und nahm ihn längsseits. „Beiden Seglern waren die dramatischen Minuten deutlich anzumerken, einer von ihnen war zudem offenbar seekrank geworden.“ Außerdem hatte das Boot einen Wassereinbruch erlitten und drohte zu sinken. Sofort kamen die leistungsstarken Lenzpumpen des Seenotrettungskreuzers zum Einsatz. Mit ihnen gelang es den Seenotrettern, den Wassereinbruch unter Kontrolle zu bringen.
Sie brachten das Segelboot sicher in den Hafen von Norderney. Dort übergaben sie den seekranken Segler zur weiteren Versorgung an den Rettungsdienst an Land. Aufgrund des starken Wassereinbruches setzten örtliche Firmen das Segelboot an Land.
Exakte Navigation erforderlich
Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situation zwischen den Ostfriesischen Inseln Juist und Norderney. Die Seegatten gelten auch unter erfahrenen Seglern als äußerst anspruchsvoll. Eine exakte Navigation ist erforderlich, da die Fahrwasser an gefährlichen Sandbänken vorbeiführen, heißt es im Bericht der DGzRS. Eine Strandung in diesem Bereich sei extrem gefährlich für Schiff und Besatzung. Durch natürliche dynamische Prozesse verlagerten sich die Fahrwasser ständig, weshalb vor dem Anlaufen der Seegatten unbedingt aktuelle Informationen zur Lage eingeholt werden sollten.
Beitragsbild: Mitten in der gefährlichen Brandungszone: Vor Norderney bringen die Seenotretter mit dem Seenotrettungsboot WOLTERA der DGzRS zwei Segler in letzter Minute in Sicherheit. Foto: Die Seenotretter – DGzRS




