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Politik

02.01.2019

Schiff verliert 270 Container

Schiff verliert 270 und nicht wie zuerst gemeldet 30 Container – Wie das Havariekommando Cuxhaven berichtet verlor das Containerschiff MS Zoe im gestrigen Sturm 270 Container. Das Schiff war auf dem Weg von Antwerpen nach Bremerhaven.

MS Zoe nach Containerverlust

Die Container sind nördlich von Borkum über Bord gegangen. Mit einem Ölüberwachungsflugzeug wird die Nordsee nach den Containern abgesucht und es werden Maßnahmen zur Bergung vorbereitet. Einige Container sind in deutschen Gewässern gesichtet worden.

Container Westfriesische Inseln

Strandgut durch beschädigte Container

Wie die holländische Zeitung „Leuwarden Courant“ berichtet sind mittlerweile 18 der vermissten Container lokalisiert worden. Einige Container sind auf Terschelling und Vlieland angespült worden. Der Strand der Inseln ist nun voll mit Spielzeug und Autoersatzteilen.

 

Glühbirnen auf Terschelling

Auf Terschelling gibt es unzählige Glühbirnen, Geldbörsen und Spielzeugtiere. An den Stränden beider Inseln ist viel los. Viele Inselbewohner sind mit Traktoren und Karren am Strand, um alles aufzuräumen, sagt ein Augenzeuge.

Container Norderney

Das Container oder der Inhalt von beschädigten Containern auch auf Norderney angetrieben werden ist nicht unwahrscheinlich. In drei Containern ist Peroxid in Pulverform enthalten. Peroxid wird zum Bleichen oder für die Herstellung von Feuerwerkskörpern verwendet. Bei Fund wird dringend gebeten die Polizei Norderney zu verständigen.

Fotos Havariekommando

Meldung des Havariekommandos

Nachlese 2025:

Der Verlust von 270 Containern vor Terschelling 2019 – Ursachen, Folgen und Aufarbeitung

In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2019 ereignete sich vor der niederländischen Nordseeinsel Terschelling ein schwerer Schiffsunfall, der weitreichende Folgen für die Küstenregionen der Niederlande und Deutschlands hatte. Das riesige Containerschiff „MSC Zoe“, eines der größten Frachtschiffe der Welt, verlor in stürmischer See insgesamt 342 Container, davon etwa 270 in niederländischen Gewässern nahe Terschelling.

Ursache des Unglücks

Die „MSC Zoe“ war auf dem Weg von Portugal nach Bremerhaven, als sie bei schwerem Wetter und starkem Seegang nördlich der Watteninseln in Schwierigkeiten geriet. Die Route führte das Schiff über relativ flaches Wasser mit Sandbänken und wechselnden Strömungen. Untersuchungen ergaben später, dass die Kombination aus extremen Wellenbewegungen („Rollen“ und „Stampfen“) sowie die geringe Wassertiefe dazu führten, dass die Container an Deck nicht mehr sicher gehalten werden konnten. Einige Container wurden regelrecht von Bord gespült oder zerrissen.

Was befand sich in den Containern?

Die Ladung war sehr unterschiedlich: Von Spielzeug, Möbeln und Elektronik bis hin zu gefährlichen Stoffen wie Peroxiden oder Batterien. Mindestens drei Container enthielten Gefahrgut; einer davon wurde nie gefunden. Viele Container zerbrachen beim Aufprall auf das Wasser oder am Strand, sodass ihre Inhalte ins Meer gelangten.

Folgen für Umwelt und Küste

In den Tagen nach dem Unfall trieben zahlreiche Container und deren Inhalte an die Strände von Terschelling, Vlieland, Ameland, Schiermonnikoog sowie auch an deutsche Küstenabschnitte wie Borkum und Norderney. Die Strände waren übersät mit Fernsehern, Autoteilen, Kinderspielzeug, Styropor und anderen Waren – aber auch mit Mikroplastik und Chemikalien.

Freiwillige Helferinnen und Helfer sowie Behörden begannen sofort mit großangelegten Aufräumarbeiten. Dennoch gelangte ein Teil des Mülls ins Wattenmeer – ein UNESCO-Weltnaturerbe – wo er Tiere und Pflanzen gefährdete. Besonders problematisch waren kleine Plastikteile und giftige Substanzen.

Rechtliche Konsequenzen und Lehren

Die Reederei MSC wurde zur Übernahme der Bergungs- und Reinigungskosten verpflichtet. Der Vorfall löste eine Debatte über die Sicherheit großer Containerschiffe im seichten Fahrwasser aus. Experten forderten strengere Vorschriften für Routenführung bei schlechtem Wetter sowie verbesserte Sicherungssysteme für Container an Deck.

Im Nachgang wurden internationale Empfehlungen ausgesprochen, um ähnliche Unfälle künftig zu verhindern – etwa durch bessere Routenplanung bei Sturmwarnungen oder technische Verbesserungen an den Schiffen selbst.

Der Verlust von 270 Containern vor Terschelling im Jahr 2019 zeigte eindrücklich die Risiken des globalen Gütertransports auf See – insbesondere für sensible Ökosysteme wie das Wattenmeer. Er machte deutlich, wie wichtig Prävention, schnelle Reaktion im Notfall und internationale Zusammenarbeit sind, um Mensch und Natur zu schützen.

Quellen:

NDR: Havarie der „MSC Zoe“
Wattenmeer-Büro: Auswirkungen des Containerverlusts

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